Rhy-Fäscht 2023: Für Kinder, Naturbegeisterte und Politik

Hunderte Begeisterte strömten am Sonntag, 24. September 2023, an den Rhein bei Balzers – Eltern und Kinder, Naturbegeisterte und Politiker:innen. Es war ein Familienfest und ein Appell für die Rheinaufweitungen.
Das Rhy-Fäscht war wieder ein Grosserfolg. Kinder und Erwachsene genossen die vielfältigen Angebote: Ponyreiten, den Rheinholzer-Haken schwingen, Klettern und sich abseilen lassen, Wassertiere unter der Lupe betrachten und vieles mehr. An den Ständen der Organisatoren war viel Interessantes über die Natur zu erfahren und ein geführter Spaziergang zeigte das Potenzial einer Rheinaufweitung am Ellhorn.
Land und Gemeinden am Zug für Revitalisierung der Gewässer
Der Balzner Gemeindevorsteher Karl Malin wies auf die grosse Chance hin, die eine Rheinaufweitung am Ellhorn für die Natur, die Sicherheit und erholungssuchende Menschen darstellen würde.
Die neue Leiterin des Amtes für Umwelt, Regula Imhof, wies in ihrer Ansprache auf die Bedeutung aller Gewässer als Lebensadern hin. Spätestens seit 2011 seien im Gewässerschutzgesetz die zwingende Verbesserung und das Verbot der Verschlechterung für alle Gewässer in Liechtenstein verankert. Gemeinsam mit den Gemeinden arbeiten deshalb die Regierung und die Ämter an Revitalisierungen von Fliessgewässern. Einzelne Aufwertungen wie etwa am Binnenkanal hätten in den letzten Jahren bereits sicht- und messbare Fortschritte gebracht. Nun seien Land und Gemeinden am Zug, um auch am Rhein Verbesserungen der ökologischen Qualität und der Sicherheit voranzubringen. Funktionierende Gewässer als Lebensadern in Liechtenstein seien ein Mehrwert für unsere Freizeit, für unser Wohlbefinden in heissen Sommern, für die Lebensmittelproduktion in trockenen Phasen, für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren und damit für die Lebensqualität.
Von der anderen Seite des Rheins war Bernhard Hauser zu Gast, Grossrat in St. Gallen und Mitglied des Sarganser Gemeinderates. Er berichtete von den Bemühungen in der Schweiz, ein Rheinkraftwerk auf der Höhe Sargans zu bauen. Die zu erwartende Strommenge rechtfertigt seiner Meinung nach die verheerenden ökologischen Folgen eines solchen Vorhabens nicht. Ausserdem würde das Kraftwerk keinen nennenswerten Beitrag gegen die Winterstromlücke leisten. Er plädierte deshalb dafür, jetzt die Aufweitungen zügig an die Hand zu nehmen und bezüglich Energiegewinnung in der Region auf Wind zu setzen.
Zufriedenheit über die vielen strahlenden Kindergesichter
Nach den Ansprachen bestiegen die Kinder wieder die Ponys und genossen die anderen Attraktionen, während eine ansehnliche Anzahl Besucher:innen mit Mario Broggi, ehemaliger Direktor der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, und dem Schweizer Gewässerbaupionier Christian Göldi einen Spaziergang rheinwaufwärts machten, um einen Blick in die Zukunft, ins Gebiet der geplanten Ellhorn-Aufweitung zu werfen.
Die Organisationen – Werkstatt Faire Zukunft, Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz, Wildwasserclub Liechtenstein und Aqua Viva – freuten sich vor allem über die vielen strahlenden Kindergesichter und hoffen, dass diese Kinder schon in wenigen Jahren an einem befreiten Alpenrhein spielen und feiern können.




